Altar – der besondere Ort

Zur Eröffnung der Ausstellung anlässlich des 10jährigen Jubiläums des Frauenkunstforums "altar - der besondere ort" am Sonntag, den 20.2.2011 um 15.00 Uhr im Südsauerlandmuseum Attendorn laden wir Sie und Ihre Begleitung herzlich ein.

Altar-derbesondere Ort

Begrüßung: Wolfgang Hilleke, Bürgermeister
Einführung: Monika Löcken, Museumsleiterin
Musik: Sisters
Aktion: Kunst aus dem Bauchladen
Finissage: am 15.5.2011, dem Internationalen Museumstag, findet ab
15.00 Uhr eine Sonderführung mit den Künstlerinnen statt

Fotos der Ausstellungseröffnung →

Museumsprojekt für Kinder in den Osterferien: „zum niederknien“
am 19.4.2011 von 13.00 – 17.00 Uhr
Gestaltung und Ausstellung eines eigenen kleinen Klapp-Altars

Teilnehmende Künstlerinnen: Marlies Backhaus, Attendorn • Margareta Eppendorf, Herdecke • Mathilde C. Jäger, Krefeld • Karin Jessen, Dortmund • Petra Korte, Köln • Carola Lischke, Krefeld • Anja Lorenz, Bochum • Manuela Reitz, Werdohl • Irmgard Schick, Kreuztal • Renate Schieck, Witten • Gretel Schmitt-Buse, Castrop-Rauxel • Ursula Weiner, Münster • Andrea Wyskott-Blauscheck, Hagen

Ausstellungsdauerdauer: 20.2. -15.5.2011
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 10.00 - 18.00 Uhr
Samstag und Sonntag 11.00 - 18.00 Uhr
Führungen für Gruppen und Schulkassen nach Vereinbarung

Südsauerlandmuseum Attendorn, Alter Markt 1, 57439 Attendorn, 02722-3711




Projektidee: Gretel Schmidt-Buse

Brauchen wir heute noch Altäre? – Nun, wir haben sie und zwar nicht nur zur Weihnachtszeit, sondern auch an vielen Orten des Alltags. 13 Künstlerinnen des FrauenKunstForums Südwestfalen e.V. haben sich in zweijähriger Auseinandersetzung und Forschung künstlerisch mit diesem Thema beschäftigt und haben ihr persönliches Thema gefunden.

In unserem Alltag ist der Verweis auf ein Jenseits, auf Transzendenz zwar weit zurückgedrängt, aber nicht völlig verloren. In den künstlerischen Installationen scheint bisweilen unverhofft etwas von diesem tiefgründigen Zauber hervor.

Es gibt Altäre im ganz privaten Bereich, die Konzentration und Besonderheit eines Lebens. Und es gibt sie im ganz persönlichen Glauben. Es gibt sie im aktuellen Hype als modernen Götzendienst oder in der ehrfurchtsvollen Sorge für Natur und Kreatur.

Diesen Fragen nach Grundlagen und zum Teil verborgenen Bedeutungen und der Erforschung der eigenen Befindlichkeit sind die 13 Künstlerinnen ganz individuell nachgegangen. Die Ausstellung zeit 13 spannende Installationen, die ganz individuell in ihrer Bildsprache sind, ihre raumgreifende künstlerische Gestaltung führt sie wieder zusammen unter einem überzeugenden Konzept.

Gehört jener bekannte Altar „Altar der Surrealisten“ in unseren Fokus? Das "zufällige Beispiel der Betroffenheit Zusammentreffen einer Nähmaschine und eines Regenschirms auf einem Seziertisch".: Nein, das war Provokation und Huldigung an den Zufall. Hier in dieser Ausstellung geht es um den besonderen Ort der Begegnung, der nichts Beiläufiges, Zufälliges hat, sondern der aus persönlicher Wertschätzung oder Betroffenheit herausragt, der beispielhaft ist, der symbolträchtig ist entweder für unsere Gesellschaft oder individuell oder für beide.

Künstlerinnen und Künstler der Moderne haben ihre eigenen Altäre geschaffen. Dabei gab und gibt es fast immer eine Grenzüberschreitung zwischen Privatheit und Gesellschaft. Das eröffnet zugleich die besondere Funktion von Kunstwerken: sie können auch in die Position eines Altares wechseln. Form und Inhalt ergänzen sich, steigern sich zu einer prägnanten Darstellung.

Michael Kade, Kunsthistoriker M.A.